Wichtel-Ideen: 24 Streiche und Schabernack für die Adventszeit

Gezeichneter Wichtel mit roter Zipfelmütze trägt eine Kiste zu seiner kleinen Holztür
Inhalt

Ein Weihnachtswichtel zieht im Advent bei euch ein, treibt in der Nacht ein bisschen Schabernack und schreibt deinem Kind kleine Briefe. Hier findest du 24 Wichtel-Ideen, eine für jeden Tag bis Weihnachten, dazu Tipps für den Einzug und Beispielbriefe zum Vorlesen. Die meisten Ideen hast du am Abend in fünf Minuten vorbereitet.

Vielleicht hast du die liebevoll gestalteten Wichteltüren auf Instagram gesehen und gedacht: Schön, aber wer schafft das 24 Abende lang? Musst du nicht. An manchen Tagen darf der Wichtel auch verschlafen.

Mit meinen eigenen Kindern habe ich nie gewichtelt. Als ich den Brauch kennengelernt habe, waren sie schon zu groß dafür. Im Kindergarten aber ist eines Tages Willibald bei uns eingezogen, und die Kinder haben ihn geliebt. Sie fanden ihn so spannend.

Willibald hatte eine Schwester, das Wichtelmädchen Alvina. Sie hat sich in eine Adventbox geschlichen und ist reihum mit den Kindern nach Hause gegangen. In der Box saß Alvina selbst, ein kleines Kuscheltier, dazu Kekse, Tee, eine Kerze, ein Buch, ein Mandala und ein QR-Code mit Weihnachtsliedern. Und ein Brief von Alvina. Darin stand unter anderem: „Willibald und ich verstecken nämlich ganz gerne eure Sachen. Am liebsten die Hauspatschen.“

Das Wichtigste in Kürze

  • Was: Ein Wichtel zieht im Advent ein, treibt nachts Schabernack und schreibt Briefe. Der Brauch kommt aus Skandinavien.
  • Wann: Er zieht am 1. Advent oder am 1. Dezember ein und nach Weihnachten wieder aus.
  • Aufwand: Die meisten Ideen sind in fünf Minuten vorbereitet. Faule Wichteltage sind erlaubt.
  • Ein Grundsatz: Der Wichtel bringt Freude. Er passt nicht auf und petzt nicht.

Was ist ein Weihnachtswichtel?

Ein Weihnachtswichtel ist ein kleiner, unsichtbarer Mitbewohner für die Adventszeit. In der Nacht kommt er durch seine winzige Tür, hilft heimlich ein bisschen mit und stellt allerlei Unfug an. Am Tag schläft er.

Der Brauch kommt aus Skandinavien, vor allem aus Dänemark. Dort heißt der Wichtel Nisse, und seine Tür an der Wand ist die Nissedør. Als Dank stellen ihm die Familien Milchreis hin. Bei uns ist der Wichtel in den letzten Jahren vor allem über Social Media bekannt geworden.

So zieht euer Wichtel ein

Der Wichtel zieht am 1. Advent oder am 1. Dezember ein. Ein paar Tage vorher kündigt er sich an, zum Beispiel mit einer kleinen Baustelle an der Wand.

Kleine Wichteltür mit Leiter an der Wand, daneben eine Kerze und Tannenzweige
  • Die Baustelle: In den letzten Novembertagen liegen an der Wand eine Mini-Leiter, ein paar Holzspäne und ein Absperrband aus Papier. Wer baut denn da?
  • Die Tür: Über Nacht ist die Wichteltür da, knapp über der Fußleiste, genau so hoch, dass dein Kind sie gut sieht. Sie hält mit doppelseitigem Klebeband oder Klebestreifen, die sich wieder lösen lassen. Du kannst sie kaufen oder aus Karton basteln, eine Perle wird zum Türknauf.
  • Der Einzugsbrief: Vor der Tür liegt ein Brief. Der Wichtel stellt sich vor, verrät seinen Namen und erzählt, was er gern mag. Ein Beispiel findest du weiter unten bei den Wichtelbriefen.
  • Ein Name: Gebt eurem Wichtel einen Namen. Dann kann er jedes Jahr wiederkommen.
  • Kleines Zubehör: eine Leiter, ein Fußabstreifer, ein Briefkasten. Über den Briefkasten kann dein Kind dem Wichtel zurückschreiben oder ihm ein Bild malen.
  • Eine Regel: Die Tür bleibt zu, denn am Tag schläft der Wichtel.

Wenn dein Kind die Tür zum ersten Mal entdeckt, staune mit: „Was ist denn das? Wer wohnt denn da?“

24 Wichtel-Ideen für den Advent

Die Ideen sind nach Aufwand sortiert. Du musst sie nicht der Reihe nach machen. Such dir aus, was zu eurem Tag passt.

Kuscheltiere sitzen mit Puppengeschirr im Kreis, Fußspuren aus Mehl führen zur Wichteltür

Schabernack in fünf Minuten

  1. Hauspatschen verstecken: Wie bei Willibald und Alvina im Kindergarten sind die Hausschuhe weg. Ein Zettel verrät, wo ihr suchen könnt.
  2. Stau im Wohnzimmer: Alle Spielzeugautos stehen hintereinander, ganz vorne ein Zettel „Baustelle“.
  3. Kuscheltier-Party: Die Kuscheltiere sitzen im Kreis um das Puppengeschirr. Hier wurde in der Nacht gefeiert!
  4. Mandarinen mit Gesichtern: In der Obstschale schauen dich am Morgen lauter lustige Gesichter an.
  5. Fußspuren: Kleine Spuren aus Mehl oder Staubzucker führen vom Fenster zur Wichteltür.
  6. Socken-Girlande: Die Socken hängen an einer Schnur quer über den Gang.
  7. Der Wichtel liest: Ein Bilderbuch liegt aufgeschlagen vor der Tür, als hätte er die halbe Nacht gelesen. Am Abend lest ihr es gemeinsam, vielleicht als Teil eures Abendrituals.
  8. Verkehrte Welt: Bilder, Kalender oder Bücher hängen und stehen verkehrt herum.
  9. Der Wichtel hat verschlafen: Ein Zettel liegt vor der Tür: „Heute bin ich zu müde für Schabernack. Ich habe die ganze Nacht Kekse gezählt.“ Perfekt für Tage, an denen du selbst müde bist.

Mit ein bisschen Vorbereitung

  1. Blaue Milch: Ein paar Tropfen Lebensmittelfarbe in der Milch, dazu ein Zettel: „Ich wollte sie nur ein bisschen hübscher machen.“
  2. Eingepackte Tür: Die Wohnzimmertür ist über Nacht mit Packpapier zugeklebt. Dein Kind darf sich durchreißen.
  3. Schneeballschlacht: Wattebäusche liegen überall verteilt, die Kuscheltiere haben sich dahinter versteckt.
  4. Der Wichtel geht angeln: Im Waschbecken schwimmen Gummienten, daneben liegt eine Angel aus einem Zahnstocher und einem Faden.
  5. Schatzsuche: Ein Rätselbrief führt zu einem kleinen Fund, zum Beispiel einer Mandarine.
  6. Christbaum aus Bausteinen: Über Nacht ist aus den Bausteinen ein kleiner Christbaum gewachsen.
  7. Angeknabberte Kekse: In der Keksdose fehlt bei drei Keksen ein winziges Stück, daneben glitzert es.
  8. Wichtel-Backstube: Auf dem Tisch liegt ein Hauch Mehl, mittendrin ein winziges Nudelholz. Vielleicht backt ihr am Nachmittag gemeinsam Kekse?

Ein Wichtel, der hilft und Gutes tut

In Skandinavien hilft der Wichtel heimlich im Haus mit. Diese Ideen zeigen deinem Kind, dass zum Advent auch das Geben gehört.

  1. Der Wichtel räumt auf: Über Nacht hat er die herumliegenden Bausteine in die Kiste geräumt. In Alvinas Brief stand, wie anstrengend das mit den Bügelperlen im Gruppenraum war: „Das war eine sehr lange und sehr anstrengende Arbeit!“
  2. Vogelfutter: „Die Vögel draußen haben Hunger. Helft ihr mir?“ Gemeinsam hängt ihr Futter auf.
  3. Post für Oma: Papier und Stifte liegen bereit, dazu die Frage: „Wem könnt ihr heute eine Freude machen?“
  4. Heimlich geben: Wie der Nikolaus stellt ihr gemeinsam eine Kleinigkeit vor die Tür der Nachbarin.
  5. Weitergeben: Der Wichtel bittet um ein Spielzeug, über das sich ein anderes Kind freut.

Zum Schluss: Milchreis und Abschied

  1. Milchreis für den Wichtel: Dein Kind stellt ihm eine kleine Schüssel Milchreis hin, wie in Dänemark. Am Morgen ist sie leer, und es glitzert.
  2. Abschied am 24. Dezember: Der Wichtel schreibt einen Abschiedsbrief und lässt ein kleines Andenken da. Dein Kind malt ihm ein Bild zum Mitnehmen.

Tipp: Was hat euer Wichtel heute Nacht erlebt? Im kostenlosen Geschichtenspaß würfelt ihr Bilder und erfindet daraus gemeinsam seine Geschichte. 👉 Hier kannst du ihn dir holen.

Wichtelbriefe: Beispiele für Einzug, Schabernack und Abschied

Der Wichtel schreibt zum Einzug, zwischendurch und zum Abschied. Ein paar Sätze in großer Schrift reichen. Den Namen deines Wichtels und deines Kindes setzt du auf den Linien ein.

Kann dein Kind noch nicht lesen, liest du ihm den Brief vor. Einen neuen Brief brauchst du dafür nicht jeden Tag.

Im Kindergarten habe ich oft einen alten Brief in die Hand genommen und daraus frei erzählt, was unser Wichtel Willibald in der Nacht erlebt hat. So musste ich nicht jeden Tag einen Brief vorbereiten. Kann dein Kind schon lesen, reicht an manchen Tagen auch ein kleiner Zettel mit zwei Sätzen.

Alle vier Briefe, auch einen Hilfe-Brief, gibt es fertig gestaltet zum Ausdrucken im Wichtel-Paket.

Einzugsbrief

Halli, hallo, liebe/r ____________!

Ich bin ____________, ein kleiner Weihnachtswichtel. Eigentlich wohne ich ganz weit oben im Norden. Dort liegt der Schnee so hoch, dass er mir bis über die Zipfelmütze reicht. In der Nacht tanzen grüne Lichter am Himmel.

Es ist wunderschön dort, aber auch richtig, richtig kalt. Der Wind pfeift um jede Ecke. Brrr! Manchmal friert mir sogar die Nasenspitze ein.

In der Adventszeit wollte ich mir ein warmes, gemütliches Plätzchen suchen. Also habe ich meinen kleinen Rucksack gepackt: eine Decke, eine Tasse und meinen Lieblingskeks für unterwegs. Ich bin über verschneite Berge gestapft und durch dunkle Wälder gewandert. Ein Stück weit hat mich sogar eine Schneeeule auf ihrem Rücken mitgenommen.

Viele Nächte war ich unterwegs. Und dann habe ich euer Haus gesehen. Aus den Fenstern schien so ein warmes Licht, und es duftete nach Keksen. Da wusste ich sofort: Hier möchte ich wohnen!

In den letzten Nächten habe ich ganz leise meine kleine Tür gebaut. Hast du sie schon entdeckt? Dahinter ist jetzt mein Zuhause, bis Weihnachten.

Am Tag schlafe ich tief und fest, denn von der langen Reise bin ich noch sehr müde. Bitte lass meine Tür deshalb zu. In der Nacht werde ich wach. Dann helfe ich ein bisschen mit, und manchmal mache ich auch Schabernack.

Was genau, verrate ich dir noch nicht. Aber jeden Morgen darfst du nachschauen, was ich angestellt habe. Ich glaube, wir werden richtig gute Freunde.

Ganz liebe Grüße aus meinem neuen Zuhause,
dein ____________

PS: Ich freue mich so über Bilder! Wenn du mir eins malst, leg es vor meine Tür.

Schabernack-Brief

Guten Morgen, ____________!

Hihi, hast du es schon gesehen? Heute Nacht war mir so langweilig. Da habe ich deine Hauspatschen ausgeborgt und gut versteckt. Ein kleiner Tipp: Sie sind dort, wo es am Morgen nach Frühstück duftet.

Danach wollte ich schlafen gehen. Aber dann habe ich die Kekse gerochen. Nur einen Krümel habe ich gekostet. Na gut, drei Krümel. Sie waren so gut!

Jetzt kuschle ich mich in mein Bett. Heute Nacht bin ich wieder unterwegs. Mal sehen, was mir dann einfällt.
Dein ____________

Abschiedsbrief

Liebe/r ____________!

Heute ist der 24. Dezember. In dieser Nacht holt mich die Schneeeule ab, und wir fliegen zurück in den kalten Norden, zu meiner Wichtelfamilie. Ein bisschen traurig bin ich schon, denn die Zeit bei dir war so schön und so warm.

Weißt du noch, als ich ________________________? Darüber muss ich heute noch lachen.

Ich lasse dir ein kleines Andenken da. Pass gut darauf auf. Und wenn du mir ein Bild malst, nehme ich es mit auf meine lange Reise. Dann hängt es den ganzen Winter in meinem Wichtelhaus im Schnee.

Vielleicht komme ich nächstes Jahr wieder. Bis dahin wünsche ich dir und deiner Familie ein frohes Weihnachtsfest!
Dein ____________

Damit der Wichtel Freude macht und keinen Druck

Der Wichtel soll euch Freude machen, deinem Kind und dir. Ein paar Dinge helfen dabei.

  • Der Wichtel passt nicht auf: Er petzt nicht und erzählt dem Christkind nichts. Ein Satz wie „Der Wichtel sieht alles“ macht aus dem Spaß eine Drohung. Warum Drohungen auch beim Nikolaus nicht passen, liest du in meinem Artikel über Nikolaus und Krampus.
  • Nichts kaputt machen: nichts, woran dein Kind hängt, und nichts, was ihm Angst macht.
  • Keine Arbeit für dein Kind: Den Schabernack räumt ihr gemeinsam weg, oder der Wichtel macht es in der nächsten Nacht selbst.
  • Nicht jeden Tag ein Geschenk: Der Spaß steckt in der Idee, nicht in der Überraschung im Päckchen.
  • Vorher planen: Schreib die Ideen auf kleine Zettel und leg sie in eine Schachtel. Dann musst du am Abend nicht lange überlegen. Fertige Kärtchen zum Ausschneiden findest du im Wichtel-Paket.
  • Faule Tage sind erlaubt: Fällt dir am Abend ein, dass der Wichtel heute noch nichts angestellt hat, hilft Idee 9.

„Gibt es den Wichtel wirklich?“

Mach es wie beim Christkind: Frag zurück, was dein Kind glaubt. Viele Kinder wollen noch eine Weile glauben. Will es ernsthaft wissen, wie es ist, sag ihm die Wahrheit.

Dann darf es vielleicht selbst Wichtel werden, für ein jüngeres Geschwisterkind oder für dich. Wie du ehrlich bleibst, ohne den Zauber zu nehmen, liest du in „Weihnachten mit Kindern“.

Häufige Fragen zu Wichtel-Ideen

Wann zieht der Wichtel ein und wann wieder aus?

Meist am 1. Advent oder am 1. Dezember. Er bleibt bis Weihnachten und verabschiedet sich am 24. Dezember mit einem Brief. Viele Familien kündigen den Einzug ein paar Tage vorher mit einer kleinen Baustelle an.

Ab welchem Alter passt ein Wichtel?

Eine feste Altersgrenze gibt es nicht. Kinder im Kindergartenalter lieben solche Geheimnisse, weil sie gern an Zauber glauben. Für ganz Kleine reichen wenige, ruhige Ideen, laute oder wilde Streiche heb dir für Größere auf.

Braucht ihr eine Wichteltür?

Nein. Ein Wichtel kann auch in einer Schachtel wohnen, hinter einem Blumentopf oder unter dem Adventkranz. Alvina ist im Kindergarten in einer Adventbox eingezogen.

Was, wenn wir einen Tag vergessen?

Dann hat der Wichtel verschlafen (Idee 9), oder er war in der Nacht bei einem anderen Kind zu Besuch. Am nächsten Morgen geht der Schabernack weiter.

Fazit: Ein bisschen Geheimnis reicht

Die Kinder im Kindergarten haben Willibald und Alvina geliebt. Dafür braucht es keinen perfekten Wichtel. Es reichen eine kleine Tür, ein paar Ideen und ein bisschen Geheimnis.

Jede Familie wichtelt anders, und das darf so sein. Vielleicht wird euer Wichtel ein lauter Spaßvogel, vielleicht ein stiller Helfer, der Kekse zählt und Vögel füttert.

Ein Wichtel ist wie eine Prise Zimt im Advent: Es braucht nicht viel davon, und schon duftet es nach Weihnachten.

Ausgedrucktes Wichtel-Paket mit Girlande und kleiner Wichteltür auf dem Deckblatt

Dein Wichtel-Paket zum Ausdrucken

Im Wichtel-Paket findest du alle vier Wichtelbriefe fertig zum Ausdrucken, die 24 Ideen als Kärtchen zum Ausschneiden und Blanko-Kärtchen für eure eigenen Ideen. Dazu kommen 12 Zettelchen, die der Wichtel neben seinen Schabernack legt, und zwei Schilder für seine Tür.

Margarete Zöchmeister lächelt in einem hellen Raum mit Pflanzen

Hallo, ich bin Margarete, Elternberaterin, langjährige Pädagogin, Mutter zweier Kinder und Mentaltrainerin.

Ich begleite Eltern dabei, ihren Weg zu finden. Kein Patentrezept, sondern echte Orientierung für euren Alltag.

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Das Handy braucht ihr nur zum Drehen. Danach erzählt, lacht und spielt ihr zusammen. Zeit für mehr Verbindung, kein weiteres Handyspiel.

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